MFV73 - Modellflugverein Große Heide 73

Eigenbau Klapptriebwerk - Baubericht von Hans-Jürgen Wingert

Auf unserem Modellflugplatz gibt es zwei sehr gute Schlepppiloten, die bis jetzt alle Segler problemlos nach oben gebracht haben. Jedoch kommt es ab und zu mal vor, dass trotz guter Absprachen das Wetter sich plötzlich zum Guten ändert und keine Schleppmaschine auf dem Platz zur Verfügung steht. Auch bei Segelflug am Hang, besonders in den Alpen, fliegt man besonders entspannt, wenn man eine zusätzliche Motorhilfe hat.

Da meine Segler fast ausschließlich Originalnachbauten sind, kommt es für mich nicht in Frage, den Motor vorne in der Spitze einzubauen. Also reifte der Entschluss, im Winter 2012/2013 einen Segler ca. 4 m Spannweite mit Klapptriebwerk und Elektromotor zu bauen. Bei der Durchsicht der zurzeit am Markt befindlichen Klapptriebwerke störte mich vor allen Dingen der hohe Anschaffungspreis. Ich bin jetzt schon seit zwei Jahren Rentner, da hat man Zeit und somit fiel der Entschluss, ein Triebwerk selbst zu konstruieren.

Folgende grundsätzliche Überlegungen spielten eine Rolle:

  • Die Konstruktion musste einfach sein und ohne zusätzliche Werkzeuge in einer normalen Modellbauerwerkstatt zu erledigen sein.
  • Die Konstruktion sollte nicht unnötig schwer werden und mit handelsüblichen Materialien zu realisieren sein.
  • Die Materialkosten einschließlich Servo aber ohne Motor und Regler sollten im Bereich 100€ bis 120€ liegen.

Zur Konstruktion:

Bild1: Rumpfaufnahme mit Hauptlager kippt Servo- und Mikroschalter zum Abschalten des Reglers im eingefahrenen Zustand. Die Konstruktion besteht aus 4 mm mehrfach verleimten Sperrholz. Zwischenzeitlich steht auch eine CNC-gefräste Variante zur Verfügung.Rumpfaufnahme mit Hauptlager kippt Servo- und Mikroschalter zum Abschalten des Reglers im eingefahrenen Zustand. Die Konstruktion besteht aus 4 mm mehrfach verleimten Sperrholz. Zwischenzeitlich steht auch eine CNC-gefräste Variante zur Verfügung.

Bild2: Motorhalter mit Kipphebel. Der Motorhalter besteht aus Sperrholz mit CFK-Verstärkungen.
Die Gabel zum Hauptausleger besteht aus CFK-Fasern, gewickelt um einen Positivkern.

Bild 3: Gesamptkonstruktion eingefahren

Bild 4: Gesamtkonstruktion ausgefahren

Bild 5 und 6: Zeigen das Modell Pilatus B4 mit ein- und ausgefahrenem Klapptriebwerk

Bild 7 und 8: Zeigen eine durch Peter Gasiorek neu konstruierte und in CNC gefrähste Motorhalterung mit Kipphebel (wurde erforderlich, da ein weiterer Vereinskollege auch ein Klapptriebwerk haben wollte).

Zusammenfassung

  • Das Triebwerk fährt ohne Probleme während des Fluges ein und aus.
  • Es können problemlos drei Steigflüge auf 300 m mit einer Akkuladung (4S/5000mAh) durchgeführt werden.
  • Selbstverständlich ist Bodenstart möglich.
  • Der Kostenrahmen wurde eingehalten.